Allergische Rhinitis

Lernziele

Nach diesem Kapitel können die Teilnehmer:

  • die Auswirkung allergischer Rhinitis auf die Lebensqualität von Patienten und die Bedeutung einer richtigen und akkuraten Diagnose wiedergeben
  • den diagnostischen Arbeitsablauf und die verfügbaren Tests beschreiben, die die Diagnose einer allergischen Rhinitis unterstützen
  • erklären, inwiefern eine Diagnostik mit Allergenkomponenten die Diagnose und die Behandlung von allergischer Rhinitis unterstützen kann.

Allergische Rhinitis

  • Rhinitis ist eine nasale, symptomatische Erkrankung, die durch die Entzündung der Nasenschleimhaut verursacht wird,1 der verschiedene Faktoren zugrunde liegen können, einschließlich Allergene und Infektionen.2
  • Allergische Rhinitis wird definiert als eine nasale, symptomatische Erkrankung, die nach dem Kontakt mit einem Allergen durch eine IgE-vermittelte Entzündung erzeugt wird.3
  • Schätzungsweise leiden 100 Millionen Europäer an allergischer Rhinitis.4
  • Gemäß den ARIA-Leitlinien (Allergic Rhinitis Impact on Asthma Guidelines) kann allergische Rhinitis in die folgenden Kategorien eingeteilt werden:3

Häufige Auslöser für allergische Rhinitis5

  • Mehrere Allergenquellen, saisonal (s) oder ganzjährig (perennial, kurz p), werden mit allergischer Rhinitis in Verbindung gebracht:



Auf welche Symptome muss ein Hausarzt bei der Diagnose einer allergischen Rhinitis bei einem Patienten achten?

Klinische Symptome allergischer Rhinitis6


Augensymptome treten bei 50 – 70 % der Menschen mit allergischer Rhinitis auf, so unterscheidet sie sich von anderen Formen der Rhinitis.7
Es kann bei Patienten auch zu Asthma-bezogenen Symptomen kommen, da Rhinitis und Asthma häufig gemeinsam auftreten.8

Warum ist die korrekte Diagnose wichtig?

  • Allergische Rhinitis und nicht-allergische Rhinitis weisen ähnliche Symptome auf, zum Beispiel Niesen, verstopfte Nase, Rhinorrhoe und Nasenjuckreiz,9 und erfordern möglicherweise eine andere Behandlung.10
    • Eine Fehldiagnose kann dazu führen, dass der Patient nicht die effektivste klinische Behandlung und Therapie erhält.
  • Allergische Rhinitis ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von Asthma.11 Empfehlungen durch ARIA legen nahe, dass mit allergischer Rhinitis diagnostizierte Patienten auch auf Asthma untersucht werden sollten.3
    • Ein Patient mit einer korrekten Diagnose für allergische Rhinitis kann auch von einer Untersuchung auf Asthma und einer wirksamen Behandlung gegen Asthma profitieren.
  • Symptome im Zusammenhang mit allergischer Rhinitis wie Schlafstörungen und verminderte psychische Gesundheit können die Lebensqualität des Patienten erheblich beeinträchtigen.12,13
    • Eine frühzeitige und korrekte Diagnose kann das Wohlbefinden des Patienten signifikant verbessern.

Empfohlene diagnostische Tests für allergische Rhinitis 14

Welchen diagnostischen Ablauf sollten Klinikärzte bei der Diagnose von allergischer Rhinitis einhalten?

Komponentenbasierte Diagnostik (CRD)

  • Der Einsatz der komponentenbasierten Diagnostik (component-resolved diagnostics, kurz CRD) wurde für die Diagnose von allergischer Rhinitis weitreichend untersucht. Zum Beispiel:
    • Nordschweden: In einer populationsbasierten Stichprobe aus Schulkindern haben eine hochgradige Sensibilisierung gegen Katzen-, Hunde- und Pferdekomponenten und eine Sensibilisierung gegen mehrere Komponenten innerhalb derselben Spezies die höchsten Verbindungen mit Asthma und Rhinitis gezeigt.18
    • Es wurde auch gezeigt, dass CRD die Auswahl der spezifischen Immuntherapie für pollenbedingte Allergien beeinflusst, da krankheitsauslösende Pollenquellen selektiver identifiziert werden.19
    • Der Einsatz von Milbenkomponenten-Diagnostik bei Patienten mit allergischer Rhinitis hat zu einer Unterscheidung zwischen primärer Allergie und Kreuzreaktivität bei Patienten und zur Identifikation von Patienten geführt, die besser für eine Immuntherapie geeignet sind.20
  • Beim Einsatz von CRD bei Patienten mit allergischer Rhinitis müssen mehrere Faktoren beachtet werden. Zum Beispiel:
    • Genau wie bei anderen In-vitro-IgE-Tests zeigt ein positives Ergebnis nur eine Sensibilisierung an.15
    • Die Krankengeschichte und die Symptome des Patienten sollten für die Beurteilung aller mit einer Allergie in Verbindung stehenden Ergebnisse eingeschlossen werden.15

Zusammenfassung

  • Häufige Auslöser von allergischer Rhinitis sind: Pollen, Hausstaubmilben, Felltiere und Schimmelpilze.
  • Allergische Rhinitis und Asthma treten bei Patienten häufig gleichzeitig auf. Wenn die Vorgeschichte und die Untersuchung es nahelegen, kann ein Test auf andere Komorbiditäten erforderlich sein.
  • Als Allergensensibilisierungstests in der hausärztlichen Versorgung sollten In-vitro-Tests durchgeführt werden.
  • Häufige auslösende Allergene für allergische Rhinitis sind auch als CRD-Tests verfügbar.

Quellenangaben

  1. Rowland-Seymour A. Decision Making in Medicine (Third Edition). 2010:32-3.
  2. Rondón C. EAACI 2014 (Oral presentation).
  3. Bousquet J et al. Allergy. 2008;63(Suppl 86):8–160.
  4. EACCI: Advocacy Manifesto. June 2015.
  5. Scadding GK et al. Clinic Experiment Allergy. 2008;38(1):19–42.
  6. Greiner AN et al. Lancet. 2011;378(9809):2112–22.
  7. Cingi C et al. Clin Transl Allergy. 2017;7(17):1–12.
  8. Grossman J. Chest. 1997;11(4):837–1148.
  9. Schroer B. Cleve Clin J Med. 2012;79(4):285–93.
  10. Greiner AN, Meltzer EO. Proc Am Thorac Soc. 2011;8(1):121–31.
  11. Guerra et al. Allergy Clin Immunol. 2002;109(3):419–25.
  12. Craig TJ et al. J Allergy Clin Immunol. 2004;114(5):S139–45.
  13. Leynaert B et al. Am J Respir Crit Care Med. 2000;162(4 Pt 1):1391–1396.
  14. Akdis C, Hellings P, Agache I (Editors). Global Atlas of Allergic Rhinitis and Chronic Rhinosinusitis. EAACI 2015: 151, 173
  15. Portnoy JM. Missouri Medicine. 2011;108(5):339–43.
  16. Nevis IF et al. Allergy Asthma Clin Immunol. 2016;12(20):1–12.
  17. Auge J et al. J Allergy. 2017;73(8):1597–1608.
  18. Bjerg A et al. Pediatr Allergy Immunol 2015;26(6):557–563.
  19. Stringari G et al. J Allergy Clin Immunol 2014;134(1):75–81.e2.
  20. Yadzir ZHM et al. Iran J Allergy Asthma Immunol. 2014;13(4):240-246.
 
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