Asthma

Lernziele

Nach diesem Kapitel können die Teilnehmer:

  • Sich daran erinnern, wie wichtig es ist, Asthmatrigger für eine optimale Patientenbehandlung zu identifizieren
  • Sich an die Evidenz erinnern, dass eine Reduzierung der Allergenexposition zu reduzierten Exazerbationen bei sensibilisierten Asthmatikern führt

Asthma

  • Asthma ist eine heterogene Erkrankung, die durch Entzündung der Atemwege, variabel eingeschränkte Luftflussvolumen beim Ausatmen und Atemwegsbeschwerden charakterisiert wird, die in Schwere und Häufigkeit variieren.1
  • Schätzungsweise leiden 70 Millionen EU-Bürger an Asthma.2
  • Genetische Prädisposition zur Entwicklung einer IgE-vermittelten Sensibilisierung (auch Atopie genannt) ist der am stärksten mit der Entwicklung von Asthma in Verbindung gebrachte Faktor.3,4 Jedoch können auch andere Faktoren, wie z. B. virale Atemwegsinfektionen, zur Entwicklung von Asthma beitragen.4
  • Bis zu 90 % der Kinder und 60 % der Erwachsenen mit Asthma haben allergische Auslöser.5,6

Häufige Asthmaauslöser

Es werden mehrere Allergieauslöser mit Asthma in Verbindung gebracht

 





 

Nicht alle Asthmasymptome werden durch Allergien ausgelöst

Klinische Asthmasymptome

  • Die häufigsten Asthmasymptome:1

 

Es treten nicht bei allen Patienten alle genannten Atemwegssymptome auf und bei einigen können auch andere Symptome auftreten, z. B. Magen-Darm-Beschwerden bei Kindern.15

 

Symptome können bei Allergenkontak entstehen.3

  • Allergisches Asthma ist häufig Teil des „atopischen Marschs“ und kann sich bei Patienten mit atopischer Dermatitis und allergischer Rhinitis entwickeln. 16
  • 80 % aller Asthmatiker leiden an einer Rhinitis als Begleiterkrankung (allergisch oder nicht-allergisch), die häufig unterdiagnostiziert ist.17,18

Daher können Patienten mit allergischem Asthma auch Symptome anderer atopischer Erkrankungen aufweisen, wie verstopfte Nase, persistentes Nasensekret, trockene Haut und nahrungsmittelbedingte Symptome.19

Was sollten Ärzte bei durch eine Allergie ausgelöstem Asthma hinsichtlich der Krankengeschichte eines Patienten und der Wahl der geeigneten Tests auf Allergensensibilisierung beachten?

Asthmadiagnose und –behandlung19–22

  • Nach einer genauen Asthmadiagnose beinhaltet die Untersuchung des Asthma-Phänotyps Hinweise auf eine Sensibilisierung für ein bestimmtes Allergen:

 

Wann sollte ein Hausarzt bei der Behandlung eines Patienten mit Allergie-induziertem Asthma den Patienten an einen Facharzt für Allergien überweisen?

Behandlung von Asthma

Allen Patienten sollte ein personalisierter schriftlicher Asthma-Aktionsplan zur Verfügung gestellt werden, der dem Grad ihrer Asthmakontrolle und ihrer Gesundheitskompetenz entspricht.21
Ein schriftlicher Asthma-Aktionsplan sollte folgendes enthalten:

  • Die üblichen Asthma-Medikamente des Patienten21
  • Wann und wie Medikamentendosen, einschließlich oraler Kortikosteroide, erhöht werden können21
  • Welche medizinische Versorgung in Anspruch genommen werden sollte, wenn sich die Symptome nicht bessern21
  • Einzelne Allergene und Reizstoffe, die das Asthma des Patienten verschlimmern23

Warum ist es wichtig, Asthmaauslöser zu bestätigen?

Eine Asthmadiagnose mit Bestätigung einer auslösenden Allergie kann den Patienten die wirksamsten therapeutischen Strategien liefern. Diese können Allergenvermeidung 25, Pharmakotherapie 28, Allergenimmuntherapie 29,30 und Patientenaufklärung19 umfassen. Dies kann wiederum:

  • Mögliche Todesfälle verhindern
    • Bei Patienten mit Asthma und Nahrungsmittelallergien besteht im Vergleich zu Asthmatikern ohne Nahrungsmittelallergien ein höheres Risiko für schwere Verschlechterungen des Asthmas.31
  • Die Lebensqualität der Patienten verbessern und unnötigen Maßnahmen zur Vermeidung vorbeugen
    • Zum Beispiel sind Haustiere ein häufiger Auslöser für Asthma. Es kann empfohlen werden, dass das Haustier aus dem Haushalt entfernt wird, was eine signifikante Auswirkung auf das Wohlbefinden eines Kindes haben kann.32,33
  • Kosten für unnötige Behandlungen verringern
    • Spezifische IgE-Tests bei Atemwegs- und/oder Hautproblemen in der hausärztlichen Versorgung haben zu einer Verringerung der Gesamtkosten für die Gesellschaft geführt, indem der Einsatz von unwirksamen Medikationen verringert wurde.34

Mögliche Anwendungen für komponentenbasierte Diagnostik (CRD)

  • Für die komponentenbasierte Diagnostik stehen verschiedene Allergenkomponenten im Zusammenhang mit Asthma zur Verfügung. Dazu gehören Komponenten von Hausstaubmilben, Felltieren und verschiedenen Pollenarten
  • Studien haben den Einsatz von komponentenbasierter Diagnostik (CRD) als Instrument zur Unterstützung der Diagnose und Behandlung von Asthma untersucht. Zum Beispiel bei Felltieren:
    • CRD wurde verwendet, um das Muster der Sensibilisierung bei Patienten mit schwerem und kontrolliertem Asthma durch Katzen, Hunde und Pferde zu erforschen. Es wurde gezeigt, dass Kinder mit problematischem, schwerem Asthma höhere IgE-Spiegel aufwiesen und ein höheres Risiko für eine dreifache Sensibilisierung gegen diese Tiere besaßen 32
    • Sensibilisierung gegen die Allergenkomponente Fel d 1 (Katze) ist ein Risikofaktor für Asthma bei katzenallergischen Kindern 36
  • Alle Ergebnisse der komponentenbasierten Diagnostik sollten im Zusammenhang mit vorangegangenen Tests des Patienten, der Krankengeschichte und relevanten Symptomen interpretiert werden 20

Zusammenfassung

  • Allergie ist der häufigste Auslöser von Asthma.
  • Häufige allergische Auslöser sind: Hausstaubmilben, Katzen, Hunde, Schimmelpilze, Baum- und Gräserpollen.
  • Allergensensibilisierungstests in der hausärztlichen Versorgung können mithilfe von In-vitro-Diagnostik durchgeführt werden.
  • Für Asthmatiker werden schriftliche Asthma-Aktionspläne mit Hinweisen zur Reduzierung der Auslöser-Exposition empfohlen.
  • Expositionsreduzierungen sind wirksam bei der Reduzierung schwerer Asthma-Exazerbationen, die einen Krankenhausaufenthalt erfordern. Dies kann bei Patienten von Vorteil sein, bei denen das Risiko einer Exazerbation aufgrund einer Virusinfektion höher ist.
  • Strategien zur langfristigen Reduzierung der Exposition können den Bedarf an Medikamenten verringern.
  • Häufige auslösende Allergene bei Asthma sind auch als CRD-Tests verfügbar.

Quellenangaben

  1. Global Initiative for Asthma. https://ginasthma.org/wp-content/uploads/2018/04/wms-GINA-2018-report-V1.3-002.pdf [accessed May 2019].
  2. European Academy of Allergy and Clinical Immunology. https://www.eaaci.org/images/media/EAACI_Manifesto_brochure_Interactive.pdf [accessed May 2019].
  3. Ali FR. Clinical Medicine. 2011;11(4):376–80.
  4. Pawankar R, et al. (Editors). WAO White Book on Allergy. 2011. Wisconsin: World Allergy Organization.
  5. Allen-Ramey F et al. J Am Board Fam Pract. 2005;18(5):434–9.
  6. Høst A, Halken S. Allergy. 2000;55(7):600–8.
  7. Sporik R et al. N Engl J Med. 1990;323(8):502–7.
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  14. Roberts G et al. J Allergy Clin Immunol. 2003;112(1):168–74.
  15. Caffarelli C et al. Arch Dis Child. 2000;82(2):131–5.
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  20. Portnoy JM. Mo Med. 2011;108(5):339–43.
  21. Global Initiative for Asthma. https://ginasthma.org/wp-content/uploads/2019/04/GINA-2019-main-Pocket-Guide-wms.pdf (accessed May 2019).
  22. National Institute for Health and Care Excellence. https://cks.nice.org.uk/asthma (accessed May 2019).
  23. National Heart, Lung, and Blood Institute. https://www.nhlbi.nih.gov/health-pro/resources/lung/naci/discover/environmental-exposure.htm (accessed May 2019).
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